Film Veranstaltung in Buxtehude

Erinnerung an das Massaker

Kulturforum zeigt den beeindruckenden Film „Die Geige aus Cervarolo“

Im Kulturforum am Hafen in Buxtehude wird am Sonntag, 27. Januar, ab 17 Uhr der bewegende Film „Die Geige aus Cervarolo“ (Italien 2012, 75 Minuten) von Nico Guidetti und Matthias Durchfeld gezeigt. Veranstalter sind der Rosa Luxemburg Club Niederelbe, der VVN-BdA und der GEW-Kreisverband. Im Anschluss berichtet die Soziologin Marianne Wienemann, Mitglied der Initiative „NS-Verbrecher bestrafen – Opfer entschädigen“, über den Prozess gegen Angehörige der Wehrmachtsdivision „Hermann Göring“ in Verona/Italien.
Wie das TAGEBLATT bereits berichtete, war der ehemalige Förster Alfred L. aus der Samtgemeinde Harsefeld im Sommer 2011 wegen Beteiligung an zwei anderen Massakern an der Zivilbevölkerung zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt worden. Das Urteil wurde im Herbst 2012 in der zweiten Instanz vom Militärgerichtshof in Rom bestätigt. Die Einheit des Ex-Försters, die Wehrmachtdivision „Hermann Göring“, war im Frühjahr 1944 auch am Massaker an der Zivilbevölkerung in Cervarolo beteiligt. Das kleine Bauerndorf liegt im Reggianer Apennin. Die Filmdokumentation „Die Geige aus Cervarolo“ wurde in Zusammenarbeit mit den heutigen Einwohnern der Ortschaft, unter ihnen viele Familienangehörige der Opfer, verwirklicht.
Die Handlung nimmt ihren Anfang mit der Geschichte einer Violine, die eine der Familien des Dorfes mit den blutigen Ereignissen verbindet. Sie gehörte einem Musiker des Dorfes, Virgilio Rovali, der vor seiner Einberufung zur Armee das Instrument bei seiner Mutter zurücklässt, da er dort seine Geige in Sicherheit wähnt. Trotz des Massakers und des Brandes, der einen Teil des Dorfes zerstört, wird die Violine unversehrt wiedergefunden. Nach 68 Jahren versucht der Sohn von Virgilio, Italo Rovali, das Geschehen aufzuklären und die Verantwortlichen zu finden.